Gut 20 Teilnehmende des „Tübinger AK" haben sich am 28. Februar 2015 zu einem ersten regulären Treffen im Erich Fromm Institut in Tübingen getroffen. Thema war die Frage des Umgangs mit der Angst vor Überfremdung in sozialpsychologischer Perspektive. Hierzu wurde auf das von Fromm beschriebene Bedürfnis nach einem (sozialen) Identitätserleben verwiesen und wurden die aktuellen Entwicklungen mit den Konzepten des autoritären Charakters und des gruppen-narzisstischen Sozialcharakters interpretiert.


Die Beiträge (von Stefan Mögle-Stadel und Tobias Erler) und die Aussprachen zeigten, wie vielgestaltig die Frage des Zusammentreffens von unterschiedlichen Kulturen und Sozialisationen ist und dass sich kaum jemand völlig vorurteilsfrei der Frage des Umgangs mit Menschen aus fremden Kulturen stellen kann. Auch zeigte sich, dass Antworten auf die Frage, wie ein Miteinander und die vielbeschworene „Integration" aussehen könnten, sehr schwierig sind, sobald man damit ernst macht, dass jeder ein Recht hat, auf seine Art das Bedürfnis nach einem Identitätserleben zu befriedigen. Fromms humanistische Antwort kann hierbei als Orientierung dienen.


Inhaltlich soll es deshalb beim nächsten Treffen darum gehen, sich zum einen noch genauer in jene hineinversetzen zu können, die die Kultur und Sozialisation ihres Herkunftslandes gezielt hinter sich lassen wollten, um mehr Autonomie und Freiheit von sozialen Bindungen leben zu können. Zum anderen aber soll das Verständnis für jene gefördert werden, die die Defizite unserer westeuropäischen Art zu leben spüren und deshalb in Frage stellen. Es ist daran gedacht, beim nächsten Treffen hierzu jeweils Personen miteinzuladen, die aus persönlicher Erfahrung sprechen können.


Hinsichtlich der Organisation des Arbeitskreises waren sich die Anwesenden einig, dass der zeitliche Rahmen – samstags von 10.00 bis 16.30 Uhr (mit einer Mittagspause) – beibehalten werden soll.
Folgende weitere Termine für 2015 wurden ausgemacht:


- Samstag, 9. Mai 2015
- Samstag, 4. Juli 2015
- Samstag, 7. November 2015

Für die Koordination sind verantwortlich: Ute Wiest und Tobias Erler