Krieg als Mittel der Politik?
Jahrestagung der Internationalen Erich-Fromm-Gesellschaft in Kooperation mit der Katholischen Akademie Trier vom 8. bis 10. Juni 2012 in der Katholischen Akademie Trier (Robert-Schuman-Haus)

„Der Krieg als Institution war ebenso wie das Königtum und die Bürokratie eine neue Erfindung, etwa aus der Zeit um 3000 v. Chr. Damals wie heute lagen ihm keine psychologischen Faktoren, wie etwa die menschliche Aggression, zugrunde. Abgesehen von dem Streben der Könige und ihrer Beamten nach Macht und Ruhm war der Krieg das Ergebnis objektiver Bedingungen, die ihn zu einer nützlichen Einrichtung machten, aus der dann menschliche Destruktivität und Grausamkeit entsprangen und durch die sie verstärkt wurden." - E. Fromm, Anatomie der menschlichen Destruktivität (1973a), GA VII, S. 145f.

Programmflyer

Erich Fromm hat sich mit großem persönlichem Engagement in den Sechziger und Siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts für eine humanistische Friedens- und Entspannungspolitik eingesetzt. Zur Zeit des Kalten Krieges bedeutete dies vor allem, gegen die von den damaligen Supermächten betriebene Hochrüstung mit Atomwaffen und die von Wissenschaftlern und Politikern betriebene Verharmlosung der Folgen eines Atomkrieges Stellung zu beziehen. Besonderes Augenmerk richtete Fromm dabei stets auf die NATO-Politik und die Rolle Deutschlands im westlichen Militärbündnis.

Die Tagung sollte den seit Jahren sich vollziehenden Wandel mit seinen politischen und militärischen Hintergründen transparent machen. Sie ließ Befürworter und Kritiker der Entwicklung zu Wort kommen. Und sie war ein Forum für die in der Öffentlichkeit kaum hinreichend geführte Diskussion um Sinn, Zweck und Rechtmäßigkeit der Militäreinsätze bieten. Ausgehend von Erich Fromms Engagement für den Frieden, wurden aktuelle Aufgaben und Chancen einer Politik, die nicht auf militärische Machtmittel setzt, erörtert.

 

Als Referenten traten auf:

- Martin Singe: Dipl.-Theologe und Sekretär beim Komitee für Grundrechte und Demokratie in Köln.

- Ludwig Uhlmann: Dipl.-Psychologe, Truppenpsychologe; Regierungsdirektor im Bundesministerium der Verteidigung

- Tobias Pflüger: Friedensaktivist, von 2004 bis 2009 Mitglied des Europäischen Parlaments, seit 2010 Mitglied des Parteivorstands der Partei „Die Linke".

- Dr. Helmut Johach, Kenner des Werkes von Erich Fromm und Mitglied des Erweiterten Vorstands der Internationalen Erich-Fromm-Gesellschaft

 

Programm

 

Freitag, 8. Juni 2012

19.00 h: Begrüßung und Video-Beitrag zur Einstimmung ins Tagungsthema

19.45 h: Die neue Bundeswehr im Rahmen der NATO-Strategie. Referat von Martin Singe (Köln) mit Aussprache

 

Samstag, 9. Juni 2012

09.00 h: Aussprache zum Tagungsthema „Krieg als Mittel der Politik?" in Arbeitsgruppen

10.30 h: Erleben und Erfahrungen von Soldaten in Auslandseinsätzen. Referat von Ludwig Uhlmann (Berlin) mit Aussprache im Plenum

13.15 h: Abfahrt ins Stadtzentrum von Trier (mit Bus)

14.00 h: Mediales Raumtheater „Im Reich der Schatten" (das antike Trier) im Rheinischen Landesmuseum Trier

oder Gelegenheit zur Stadtbesichtigung

15.30 h: Rückfahrt mit Bus vom Rheinischen Landesmuseum Trier zur Akademie

16.00 h: Die Militär- und Rüstungspolitik der Europäischen Union angesichts von Wirtschaftsinteressen. Referat von Tobias Pflüger (Berlin)

17.00 h: Aussprache in Arbeitsgruppen

 

Sonntag, 10. Juni 2012

09.30 h: Erich Fromms Einsatz für den Frieden und aktuelle Herausforderungen der Friedenspolitik. Referat von Dr. Helmut Johach (Nürnberg)

10.45 h: Aussprache in Arbeitsgruppen

11.45 h: Abschlussplenum

 

 

 

 

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